Chronik Feuerwehr Rentrisch
Am 08.Januar 1990 wurde in der Stadthalle in St.Ingbert für den aus Altersgründen ausgeschiedene Wehrführer Helmut Uhl dessen Nachfolger gewählt. 199 Feuerwehrleute aus 5 Löschbezirken entschieden sich mit 150 Stimmen für Hans – Jürgen Bartels aus Hassel als neuen Wehrführer der Stadt St.Ingbert. In der Nach vom 01. Auf den 02.Juni 1990 brach im städtischen Bauhof ein Feuer aus, das die Schreinerei und die Schlosserei völlig verwüstete. Die Rentrischer Feuerwehr wurde um 2:45Uhr alarmiert und rückte zur Unterstützung der Wehr aus St.Ingbert aus. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle stand die Schreinerei in Vollbrand und das Feuer drohte auf das Verwaltungsgebäude überzugreifen. Mehrere Trupps waren mit schwerem Atemschutz und C-Rohr im Innenangriff im Einsatz. Von Rentrisch 17 Feuerwehrleute die teilweise mit Privat PKW gekommen waren. Die Rentrischer Wehr konnte um 6:15Uhr ins Gerätehaus einrücken. Am Nachmittag musste die Rentrischer Wehr um 18:40Uhr nochmals ausrücken. Mit 9Mann und den Feuerwehrleuten aus St.Ingbert Mitte wurden verschiedene Brandnester, die sich noch einmal entzündet hatten, abgelöscht. Dieser zweite Einsatz dauerte eine Stunde. In der Generalversammlung am 15.Dezember 1990 konnte Löschbezirksführer Franz Feichtner Oberbürgermeister Dr. Brandenburg und den neuen Wehrführer Hans – Jürgen Bartels begrüssen. In seinen weiteren Ausführungen wies er auf die Festwoche vom 13. – 17. Juni aus Anlass der 700 Jahrfeier von Rentrisch hin, an der auch die Rentrischer Feuerwehr aktiv teilgenommen hat. Oberbürgermeister Dr. Brandenburg dankte der Wehr für ihre Einsätze und teilte mit, daß die geplante Anschaffung des neuen Löschfahrzeuges aus finanziellen Gründen bis 1994/1995 verschoben werden muss. Wehrführer Hans – Jürgen Bartels beförderte Georg Lück zum Oberlöschmeister und Franz Feichtner zum Brandmeister. Löschbezirksführer Franz Feichtner setzte sich in den folgenden Jahren immer wieder für Verbesserung ein. Zu Dauerbrennern wurde die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges, die Erweiterung des Gerätehauses und die Bestuhlung des Schulungsraumes. Die Ausbildung seiner Männer wurde weiter geführt und durch 14tägige Übungen und den Besuch von Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene. Bei den Übungen der Gesamtwehr war der Löschbezirk immer dabei. Zwischen den Löschbezirken Rentrisch und Oberwürzbach bildete sich eine besondere Freundschaft. Das gesellige Beisammensein innerhalb der Wehr wurde durch vielfältige Veranstaltungen gefördert und auch am Dorfgeschehen nahm die Feuerwehr regen Anteil. Feuerwehrfeste in den umliegenden Löschbezirken wurden immer besucht. Wehrführer Hans – Jürgen Bartels beförderte am 22.Dezember 1991 Werner Breit zum Oberfeuerwehrmann und Christoph Detemple zum Brandmeister. Am 19.Dezember 1992 beförderte er Hermann Feichtner zum Brandmeister und überstellte Robert Paulus nach 32jähriger Dienstzeit in die Alterswehr . In der Generalversammlung am 18.Dezember 1993 ernannte Wehrführer Hans – Jürgen Bartels Peter Krämer und Sascha Rupp zum Feuerwehrmann und beförderte Andreas Schott zum Löschmeister. Hermann Feichtner wurde in die Alterswehr überstellt. Aus der Jugendfeuerwehr wurden Jens Wolf, Heiko Becker, Andreas Schumacher und Torsten Seiler in den aktiven Dienst übernommen und ein Jahr später im Dezember 1994 zum Feuerwehrmann befördert. Klaus Holzer wurde Oberlöschmeister. Dienstag, 21.Dezember 1993: Die letzten Tage hatte es kräftig geregnet und dann kam das Tief „Viktoria“ mit Niederschlägen in Massen, bis in die Nacht zum Dienstag anhielt. Weite Landstriche und viele Städte und Gemeinden des Saarlandes standen unter Wasser. Es war die schlimmste Hochwasserkatastrophe seit 46 Jahren. Sämtliche Feuerwehren des Saarlandes, das Technische Hilfswerk und Teile der im Saarland stationierten Soldaten der Bundeswehr waren im Einsatz; Landesweit 7000 Helfer, davon 1700 in der Hauptstadt Saarbrücken. Der Löschbezirk Rentrisch wurde Dienstags nach Saarbrücken alarmiert und kam am Mittwochmorgen zurück. Ein zweiter Einsatz, ebenfalls in Saarbrücken, dauerte von Mittwochnachmittag bis in die Vormittagsstunden des Donnerstag. An vielen Stellen der Stadt mussten wir mit Sandsäcken Gebäude gegen das Wasser absichern und Keller sowie Lagerräume auspumpen. Nach unserer Rückkehr am Donnerstag, den 23.Dezember, hatten wir gegenüber dem vom Hochwasser Betroffenen das Glück, die Vorbereitungen für Heiligabend erledigen zu können. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (27./28.Januar 1994) zwischen 00:30 Uhr und 01:30 Uhr fegte ein Orkan mit starken Regen- und Hagelschauern über unsere Region. Der Sturm hinterließ ein Bild der Verwüstung. Zahllose entwurzelte und abgeknickte Bäume, unzählige gelöste Dachziegel und sonstige Sachschäden. Zahlreiche Ausfallstrassen waren in der Nacht wegen umgestürzter Bäume gesperrt worden. 11 Einsatzfahrzeuge aus allen St.Ingberter Löschbezirken waren im Einsatz. Die Rentrischer Feuerwehr räumte erst im Ort etliche Bäume aus dem Weg und war dann noch in St.Ingbert und Rohrbach im Einsatz. Am 11.Mai 1995 trafen sich die Feuerwehrleute von Rentrisch am Gerätehaus und marschierten mit ihrer Standarte zur Kirche, in der die Floriansmesse für die Angehörigen der Feuerwehr und deren Verstorbenen gehalten wurde. Anschließend schloss sich ein gemütlicher Abend mit unsren Frauen im Kulturhaus an. Wie das Maibaumstellen, die Familienwanderung an Christi Himmelfahrt, den „Tag der offenen Tür“ und die Ehrenwache auf dem Friedhof wurde die Floriansmesse Bestandteil des Jahreshauptprogrammes. Willi Paulus wurde am 16.Dezember 1995 von Oberbürgermeister Dr. Brandenburg nach 31 Dienstjahren in die Alterswehr überstellt. Er verwaltete die Feuerwehrkasse von 1967 bis zu diesem Tag. Die Feuerwehrleute von Rentrisch feiern aber nicht nur Feste, sondern erweitern ihr Wissen immer wieder in fachlichen Lehrgängen und proben alle 14 Tage mit den ihnen zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenständen für den Ernstfall. In den letzten 10 Jahren war die Rentrischer Feuerwehr pro Jahr zu 25 bis 30 Einsätzen ausgerückt, wobei es keine Rolle spielte ob es Tag oder Nacht und die Einsatzstelle innerhalb oder ausserhalb von Rentrisch lag. Früher bekam die Bevölkerung durch die Alarmierung mit der Sirene jeden Einsatz mit. Durch die heute moderne Alarmierung ist das meistens nicht mehr der Fall. Das Jubiläumsjahr 1997 wird für die Rentrischer Feuerwehr als ein erfolgreiches Jahr in ihre Geschichte eingehen. Die jahrelangen Bemühungen von Feuerwehrleuten insbesondere unseres Löschbezirksführer Franz Feichtner und des Wehrführers Hans. – Jürgen Bartels zeigen die ersten Erfolge. An das bestehende Gerätehaus ist eine neue Fahrzeughalle angebaut worden. Die alte Heizungsanlage soll noch in diesem Jahr erneuert werden. Die Vergrösserung des Schulungsraumes und Umbauten im sanitären Bereich sollen im nächsten Haushaltsplan vorgesehen werden. Die Feuerwehrleute von Rentrisch haben auch selbst mitgeholfen; bei Gestellung des Materials wurden alle Innenräume neu gestrichen und der Vorplatz der neuen Fahrzeughalle befestigt. Am23.Mai wurde Durch Oberbürgermeister Dr. Brandenburg ein neues Feuerwehrfahrzeug an den Löschbezirk übergeben. Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Nikolaus Niederländer. Bei einem Vortrag über die Geschichte der Feuerwehr Rentrisch vor Publikum, müsste ich mich jetzt wohl entschuldigen für die lange Zeit, die ich den Hören zugemutet hätte. Ich finde es aber für richtig und gut, den Werdegang der Rentrischer Feuerwehr und dabei besonders die älteste Vergangenheit klar darzustellen. Jeder Leser dieser Chronik soll über unsere Feuerwehr bestens unterrichtet sein. Ich bin seit 1964 Mitglied der Feuerwehr Rentrisch und bleibe ihr treu verbunden. Ich wünsche ihr für das Jubiläumsjahr viel Erfolg bei den einzelnen Veranstaltung und für die Zukunft alles Gute für ihr Weiterbestehen mit unserem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“. Willi Paulus Hauptfeuerwehrmann – Alterswehr
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Löschbezirksführer von Gründung bis Heute
Jakob Schmelzer 1907-1936 Schreinermeister Amtswehrführer 1936-1944
Peter Ganster 1936-1944 Schmied
Peter Dauster 1944-1952 Gastwirt
Oskar Müller 1953-1963 Walzendreher
Alfons Karp 1963-1964 Elektriker
Robert Berang 1965-1976 Dreher
Robert Paulus 1976-1982 Techniker
Siegfried Fuchs 1982-1989 Werkschutzmann
Franz Feichtner 1989-2007 Werkschutzmann
Georg Lück 2007-       Maschinenbauermeister
Quelle: Archiv Feuerwehr
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